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Im Mittelpunkt der Forschung

Die CRS führt im Auftrag zahlreicher Hersteller von Medikamenten und Medizinprodukten klinische Studien (Phase I bis IV) durch. Für die folgenden Bereiche ist dabei besondere Expertise entstanden: 

COPD

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine Volkskrankheit, mit etwa sechs Millionen betroffen Menschen in Deutschland. Das Wort "chronisch" heißt "dauerhaft" und "obstruktiv" steht für die "Verengung" der Atemwege.
COPD wird vor allem durch Zigarettenrauch, weniger häufig durch andere eingeatmete Schadstoffe wie z.B. Chemikalien, Rauch-und Abgase ausgelöst. Die eingeatmeten Schadstoffe führen zu einer chronischen Entzündung in der Lunge und einer Zerstörung der Lungenbläschen (Lungenemphysem). Die COPD kann in vielen Fällen durch das Aufgeben des Zigarettenrauchens positiv beeinflusst werden. Dank des medizinischen Fortschritts kann heute eine bestehende Einschränkung besser behandelt und ein Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden.  
 

Forschung

Weltweit leiden 200 bis 300 Millionen Menschen an COPD – Tendenz weiter steigend. Leider ist bis heute keine ursächliche Heilung möglich. Doch in den letzten Jahren hat sich das Verständnis der Erkrankung wesentlich verbessert. Viele klinische Studien mit neuen Wirkstoffen wurden in den letzten Jahren durchgeführt. Zum Teil haben mehrere Tausend Patienten weltweit an einer einzigen Studie teilgenommen. Dies führt zu regelmäßig aktualisierten Behandlungsrichtlinien für die COPD. Damit können Patienten schneller von verbesserten Therapieansätzen profitieren.
Auch CRS hilft bei der Entwicklung von neuen Medikamenten für die COPD mit. Dabei werden wir von vielen COPD-Patienten unterstützt, die als Probanden unter strenger ärztlicher Kontrolle diese Medikamente testen. Die Entwicklung von neuen Behandlungen für die COPD ist noch lange nicht zu Ende, die COPD-Patienten können mit diesen Substanzen auf eine bessere Kontrolle ihrer Beschweren und eine verbesserte Lebensqualität hoffen.


Diagnostik

Durch spezielle Untersuchungen kann man die COPD von anderen Erkrankungen, wie z.B. Asthma abgrenzen. Hierzu dient in erster Linie die Lungenfunktion. Hierbei wird das ein- und ausgeamteten Volumen mithilfe eines "Spirometers" oder
„Ganzkörperplethysmographen“ bestimmt. Diese einfach durchzuführenden und schmerzlosen Messungen geben Auskunft über Funktions- und Leistungsfähigkeit der Atmungsorgane.
Zur Absicherung der COPD Diagnose wird gelegentlich noch eine Blutgasanalyse und eine Diffusionsmessung durchgeführt. Auch ein EKG (Elektrokardiogramm) gehört mit zu den Standarduntersuchungen von Patienten mit Lungenerkrankungen. Je nach Beschwerden und Lungenfunktionsbefund können weitere Untersuchungen erforderlich sein (z.B. Röntgenbild oder Computertomographie der Lunge, Lungenfunktionsmessung und Blutgasanalyse unter körperlicher Belastung, Szintigraphie u.a.m.). Experten empfehlen Rauchern ab dem 40. Lebensjahr, alle zwei Jahre die Lungenfunktion mit einer Spirometrie überprüfen zu lassen.


Therapie

In den letzten Jahren wurden neue Medikamente zur Behandlung der COPD entwickelt. Medikamente zum Inhalieren können die Bronchien über viele Stunden weitstellen. Neue Tabletten können die Entzündung in den Bronchien reduzieren. Verschiedene Klassen von Medikamenten verhindern das Auftreten von plötzlichen akuten Verschlechterungen der COPD (sogenannte Exazerbationen).
Die optimale Therapie der COPD muss immer individuell an den jeweiligen Patienten angepasst werden und setzt sich deshalb aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Die Basis der COPD-Therapie bilden inhalative Bronchodilatatoren, die eine vorübergehende Erweiterung der Atemwege und damit eine Verbesserung der Lungenfunktion bewirken.
Die ergänzende Gabe von inhaliertem Kortison besitzt in erster Linie eine entzündungshemmende Wirkung und vermindert akute COPD-Attacken (Exazerbationen). Kortisontabletten werden kurzzeitig (für ca. 2 Wochen) in der Behandlung von Exazerbationen eingesetzt. Bei Patienten, die Probleme mit dem Abhusten von zähem Bronchialschleim haben, helfen neben reichlichem Trinken auch Schleimlöser.


© Dr. med. Marion Wencker

Diabetes mellitus Typ 2

Der Diabetes mellitus Typ  II ist  eine chronische Stoffwechselkrankheit, die zu erhöhten Blutzuckerspiegeln führt und  mit zu den wichtigsten Volkskrankheiten zählt. In Deutschland leiden rund sieben Millionen Menschen an der Zuckerkrankheit. Etwa 90 % der Diabetiker sind Typ-2-Diabetiker. Bei dieser Form der Zuckerkrankheit sind in erster Linie ältere Menschen betroffen, weshalb man früher  auch von "Alterszucker" gesprochen hat. Zunehmend erkranken aber auch schon 30- bis 40-Jährige an Typ-2-Diabetes und selbst bei Kindern und Jugendlichen stellen Ärzte die Krankheit immer häufiger fest.
Begünstigt wird die Erkrankung vor allem durch Übergewicht und Bewegungsmangel, wobei auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Stark erhöhte Blutzuckerwerte können zu akuten Stoffwechselentgleisungen führen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen. Unbehandelt führt die Zuckererkrankung langfristig zu Schädigungen der Blutgefäße und der Nerven, was zu Folgekrankheiten wie bespielweise Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche, Netzhautschäden und Wundheilungsstörungen führt. Die Behandlung der Zuckerkrankheit zielt im Wesentlichen darauf ab, den Blutzuckerspiegel innerhalb normaler Werte zu halten um die genannten Spätschäden zu verhindern bzw. hinauszuzögern.


Forschung

Die Entstehung und Behandlung eines Typ II Diabetes ist Gegenstand vieler Forschungsprojekte. Gesichert ist, dass der Blutzucker im menschlichen Körper durch eine Vielzahl von Regelkreisen gesteuert wird, wobei dem Hormon Insulin eine zentrale Rolle zukommt. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und schleust den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen. Bei dem Typ-2-Diabetes steht zunächst kein Mangel an Insulin im Vordergrund im Gegensatz zum Typ I Diabetes. Vielmehr entwickeln die Körperzellen eine Unempfindlichkeit gegen Insulin, so dass sie immer weniger auf Insulin ansprechen. Durch diese Insulinresistenz wird der Zucker nicht mehr in die Zellen geschleust,  infolgedessen der Blutzuckerspiegel steigt. Diese Entwicklung wird durch Übergewicht begünstigt, da Fettgewebe, insbesondere das Fettgewebe am Bauch, Botenstoffe ausschüttet, die eine Insulinresistenz fördern. Ein zusätzlicher Bewegungsmangel verstärkt vor allem bei Muskelzellen die Insulinresistenz.
Der Körper versucht zunächst die Insulinresistenz zu kompensieren, indem er mehr Insulin ausschüttet, weshalb in einem frühen Stadium des Diabetes der Insulinspiegel im Blut erhöht ist. Irgendwann erschöpft die Insulinproduktion, der Insulinspiegel sinkt und der Blutzuckerspiegel steigt bis typische Krankheitssymptome eines Diabetes mellitus sichtbar werden.

Durch eine gesunde Lebensführung, Gewichtreduktion, ausreichende Bewegung und speziellen Diäten kann die Erkrankung im Frühstadium meistens gut unter Kontrolle gehalten werden. In fortgeschrittenen Stadien ist die Einnahme von Medikamenten oft unumgänglich, bis hin zur Gabe von Insulinspritzen. Die CRS ist mit der Durchführung von klinischen Studien aktiv an der Entwicklung neuer Diabetesmedikamente beteiligt. In solchen Studien wird die Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten an Patienten oder gesunden Probanden geprüft. Je nach Studiendesign beinhalten diese Studien ambulante Besuche und/oder einen stationären Aufenthalt in einer unserer Kliniken. Die Aufwandsentschädigung der Teilnehmer orientiert sich an den Aufwendungen und der Dauer der Studie.


Diagnostik

Ein Typ-2-Diabetes kann über viele Jahre unentdeckt bleiben. Nicht selten wird die Krankheit erst dann festgestellt, wenn bereits Spätfolgen wie z.B. ein Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgetreten sind.
Steigt der Blutzuckerspiegel über eine bestimmte Grenze, wird Zucker mit dem Urin ausgeschieden, wobei gleichzeitig viel Flüssigkeit über den Urin verloren geht. Dieses äußert sich durch häufiges Wasserlassen, Schwächegefühl, Durst und trockene Haut. Andere Symptome sind häufig Infektionskrankheiten wie z.B. Blasenentzündungen, Fußpilz, aber auch Erkältungen oder Grippeerkrankungen. Auch Wundheilungsstörungen können auf einen Diabetes mellitus hinweisen. Wer eines oder mehrere dieser Symptome an sich feststellt, sollte unbedingt seinen Blutzucker vom Hausarzt überprüfen lassen.
Der Hausarzt kann mit Hilfe eines einfachen Blut- und Urintest feststellen, ob ein Verdacht auf eine Diabetes mellitus Typ II Erkrankung besteht. Dabei gibt es verschiedene Grenzwerte, bei denen die Zuckerkrankheit als erwiesen gilt, z.B. bei einem Nüchternblutzucker von größer 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder einem Blutzuckerwert von über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) zu einem beliebigen Zeitpunkt. Nüchternblutzucker zwischen 100 und 125 mg/dl können auf  eine Vorstufe des Diabetes hinweisen. In diesen Fällen wird ein Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest) durchgeführt. Dabei wird eine Lösung mit 75 Gramm Glukose zum Trinken verabreicht. Ist der Blutzucker nach zwei Stunden auf über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) gestiegen, so gilt der Diabetes als erwiesen. Die Bestimmung des Langzeitblutzuckerwerts HbA1c kann die Diagnose unterstützen und den langfristigen Therapieerfolg überwachen.


Therapie

Im Frühstadium des Diabetes mellitus kann der Blutzucker häufig allein durch Gewichtsabnahme sowie angepasster Essenzufuhr und ausreichende Bewegung  gut kontrolliert werden.
Eine eventuell später notwendig werdende medikamentöse Therapie zielt hauptsächlich darauf ab, die Insulinempfindlichkeit der Zellen zu erhöhen und/oder die Ausscheidung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse zu steigern. Heute gibt eine Vielzahl von Medikamenten, die an unterschiedlichen Orten der Blutzuckerregelung wirken und häufig in Kombination eingesetzt werden. Metformin gilt als das Standardmedikament bei Diabetes und verbessert die Insulinempfindlichkeit sowie die Glukoseaufnahme im Muskel- und Fettgewebe. Dagegen regen Sulfonylharnstoffe die Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse an. Sie können nur wirken, wenn die Bauchspeicheldrüse noch Insulin produziert. Wegen des Risikos von Unterzuckerung ist eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle sowie eine geregelte Nahrungsaufnahme bei der Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten unerlässlich.
Um Folgekrankheiten zu vermeiden, sollte möglichst rasch nach der Diagnose der Blutzucker optimal eingestellt werden. Regelmäßige Kontrollen des HbA1c-Werts nach drei bis sechs Monaten entscheiden, ob die eine Therapie ausreichend ist oder weiter intensiviert werden muss.
Liegt der HbA1c nach drei bis sechs Monaten weiterhin über 6,5 Prozent – aber unter 7,5 Prozent – ist eine Kombinationsbehandlung aus zwei Diabetesmedikamenten anzuraten. Liegt der HbA1c trotz medikamentöser Therapie über 7,5 Prozent, sollte der Patient zusätzlich Insulin spritzen.


© Dr. med. I. Meyer

Endometriose

Das Innere der Gebärmutter ist von einer besonderen Schleimhaut (Endometrium) ausgekleidet.
Bei dem Krankheitsbild der Endometriose kann sich allerdings, und dies gar nicht so selten (die Häufigkeitsangaben sind aufgrund der schwierigen und meist späten Diagnosestellung sehr unzuverlässig und schwanken  zwischen 5 – 30%), solches Gewebe, als sogenannte Endometrioseherde, auch an anderen Stellen im Körper (ektop) finden.
In Deutschland erkranken ca. 40.000 Frauen pro Jahr.
Bevorzugt sind diese Endometrioseherde  im kleinen Becken und dem unteren Bauchraum, zum Beispiel in der Wand der Gebärmutter (Adenomyosis Uteri), in den Eierstöcken, in den Eileitern, der Scheidenwand, in dem Raum hinter der Gebärmutter und vor dem Mastdarm (Douglas´scher Raum), im Darm oder in der Blase. Sehr selten kann auch eine Ausbreitung auf Haut, Skelettmuskulatur, Lunge oder sogar Gehirn stattfinden.
Die Krankheit ist grundsätzlich nicht bösartig, aber aufgrund ihres schwer vorhersagbaren Verlaufes und ihrer Unberechenbarkeit sehr belastend. Die Hauptursache für stetig wiederkehrende Unterbauchbeschwerden ist das  Einbluten in die Herde mit Bildung von Verwachsungen. Die klassischen damit verbundenen Krankheitszeichen (Symptome) sind daher zyklusunhabhängige  oder -abhängige Schmerzen, ständige Schmerzen, Schmerzen kurz vor und bei der Regelblutung, beim Geschlechtsverkehr, etc..  Außerdem gilt die Endometriose als eine sehr wichtige Ursache für die weibliche Unfruchtbarkeit und damit für einen unerfüllten Kinderwunsch.
Das ektope („verirrte“) Gewebe der Endometriose folgt dem zyklischen, hormonellen Umbau des Originalgewebes Endometrium, womit sich u. a. sein besonderes Wachstumsverhalten und zum Teil auch die typische Beschwerdesymptomatik erklären.
Betroffen sind Frauen üblicherweise in der Geschlechtsreife, d.h. zwischen der Pubertät und den Wechseljahren, da die bedeutendsten weiblichen Geschlechtshormone (Estrogene) einen wichtigen stimulierenden Einfluss auf das Anwachsen und die Größe der Herde und damit das gesamte Krankheitsgeschehen haben.
Wenn mit den Wechseljahren der Spiegel der Estrogene absinkt, bildet sich die Endometriose oft zurück. Die Beschwerden können sodann nachlassen oder verschwinden vollständig.
Die sicher sehr komplexe Genese für die Entstehung der Endometriose ist bisher nicht befriedigend geklärt. Es gibt zwar zahlreiche Erklärungsmodelle, von denen aber keines bisher zu beweisen wäre. Daher gibt es auch keine ursächliche Behandlung oder gar Vorbeugung.

 

Forschung
Aufgrund der Häufigkeit dieses Krankheitsbildes und seiner nach wie vor unklaren Genese und der unbefriedigenden Therapiesituation sind naturgemäß die weltweiten Forschungsaktivitäten hierzu äußerst vielfältig.
Schwerpunkte sind neben der weiteren Entwicklung schonender Operationstechniken zur Behandlung der tief infiltrierenden Endometriose besonders auch Untersuchungen zur Behandlung von Endometriose-assoziierten neuropathischen Schmerzen, Untersuchungen zur Lebensqualität unter hormoneller und Schmerztherapie, nach erfolgten Operationen und in Bezug auf die Sexualität.
Sodann geht es um die Fragen, wie kommt es zu Herdeinnistung und -wachstum und wieso bei bestimmten Lokalisationen? Ist dies entzündungsvermittelt, welche Faktoren (z.B. sog. Kinine) spielen hier eine Rolle?
Wie entsteht der lokale Schmerz und wie der zentrale (einschließlich sog. zentraler Hyperalgesiemechanismen)?
Welche Biomarker gibt es und wie ist ihre Aussagekraft?
Welche neueren Therapieansätze gibt es im hormonellen Bereich (einschließlich mit sogenannten „Antihormonen“, Antikörpern oder Hemmern der Hormonsynthese)?
Die CRS unterstützt die Forschung im Bereich der Endometriose aktiv und führt regelmäßig Studien zu diesem Krankheitsbild durch. Diese befassen sich sowohl mit der Verträglichkeit und Sicherheit in gesunden Patienten als auch mit der Sicherheit und Wirksamkeit in Patienten. Je nach Studiendesign sind diese Studien ambulante Studien bzw. sind inklusive eines stationären Aufenthaltes am Standort geplant. Die Aufwandsentschädigung der Teilnehmer orientiert sich an den Aufwendungen und der Dauer der Studie.

 

Diagnostik
Die Endometriose ist also eine hormonabhängige Erkrankung der geschlechtsreifen Frau, die extrem selten bei präpubertären Mädchen und selten bei Frauen nach der letzten Regelblutung (Menopause) vorkommt.
Im Durchschnitt sind die Patientinnen bei der Diagnosestellung 28 Jahre alt, haben aber oft eine Leidenszeit von ca. 3-11 Jahren zwischen den ersten Symptomen und der endgültigen Diagnosestellung verbracht!
Dies liegt an den meist sehr unspezifischen Symptomen, wie Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe), die sowohl von den Betroffenen (junge Mädchen und Frauen) verzögert berichtet, aber auch von ihnen und den Ärzten als normal angesehen oder anders gedeutet werden. Naturgemäß gibt es eine Vielzahl von möglichen Differentialdiagnosen als Ursache solcher Beschwerden, und oft ist es nach wie vor erst die Sterilitätsabklärung, die sodann zur weiteren und nunmehr gezielten Diagnostik führt.
Oft werden Orale Kontrazeptiva (Pille) als unspezifische Behandlungen eingesetzt und können die korrekte Diagnostik durch Verschleierung der Symptomatik verzögern. Der (vaginale) Ultraschall ermöglicht lediglich die sichere Entdeckung von Endometriosezysten am Eierstock, lässt aber ansonsten keine konkrete Diagnose bzgl. Herden im Bauchraum zu, was letztlich nur die Bauchspiegelung  (Laparoskopie), möglichst mit Gewebeentnahme und  feingeweblicher Untersuchung (Histologie), leistet.

 

Therapie
Die modernen Therapieverfahren der Endometriose berücksichtigen den anerkannten Wissenstand und die wissenschaftlich erwiesene Wirksamkeit und müssen immer individuell an die jeweilige Patientin und ihre ganz spezielle Situation angepasst werden. Prinzipiell allerdings ist eine vollständige Heilung bisher leider in den allermeisten Fällen nicht möglich.
Das bedeutet, dass das Ziel der Behandlung eher die Verbesserung der Lebensqualität darstellt, durch Linderung der Schmerzsymptomatik und -bei Kinderwunsch- durch Maßnahmen zur Verbesserung der Fruchtbarkeit.


Operative Therapie
Die Basis der operativen Therapie ist in der Regel, durch das schonende Verfahren der Bauchspiegelung (Laparoskopie), alle sichtbaren Endometrioseherde zu entfernen, wobei die anatomischen Verhältnisse wiederhergestellt und die betroffenen Organe möglichst erhalten bleiben sollen. Nebenbei erfolgt hier gleichzeitig die feingewebliche (histologische) Sicherung der Diagnose.
In sehr ausgeprägten Fällen und bei ausgedehntem Befall im kleinen Becken und Bauchraum muss ggf. per Bauchschnitt (Laparotomie) operiert  werden, und ein vollständiger Organerhalt ist dann nicht immer mehr möglich.

 

Hormonelle Therapie
Die hormonelle Therapie lindert die Schmerzen, verkleinert vorhandene Endometrioseherde und verhindert die Neuansiedlung und das Wachstum  weiterer Herde. Das gemeinsame Prinzip besteht in der Senkung der Estrogenspiegel, d.h. einen relativen Estrogenentzug zu erreichen.
Die Entscheidung für eine bestimmte hormonelle Therapie hängt sehr vom individuellen Krankheitsbild und -stadium sowie den Wünschen und Vorstellungen der Patientin ab.
Zur Verfügung stehen:
-Orale Kontrazeptiva als monophasische Kombinationspräparate (Pille)
-Gelbkörperhormone (Gestagene)
-GnRH-Analoga (die quasi die „Wechseljahre“ herbeiführen)


Schmerztherapie
Aus der Vielzahl der verfügbaren Schmerzmedikamente gilt es das geeignete herauszufinden. Bei chronischen und sehr starken Schmerzen geschieht dies sinnvollerweise oft in Zusammenarbeit mit Schmerztherapeuten z.B. eines spezialisierten Schmerzzentrums. Es wird dann ein individueller Behandlungsplan erstellt.


Kinderwunschtherapie
In vielen Fällen ist bei dringendem Kinderwunsch eine gezielte Behandlung in einem hierauf spezialisierten Zentrum erforderlich.


Psychosomatische Therapie/Sexualmedizin
Aufgrund des oft langen und auch sehr belastenden Verlaufes bis zur Diagnosestellung und Therapie, kommt es in nicht seltenen Fällen durch die chronischen Schmerzen und die erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität zu weiteren Problemen wie Verspannungen, Erschöpfungssyndrom und depressiven Verstimmungen sowie Partnerschaftsproblemen, nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen auf das Sexualleben. In solchen Fällen ist die psychosomatische Behandlung und ggf. auch eine sexualmedizinische Intervention von unschätzbarem Wert in der weiteren ergänzend ganzheitlichen Therapie.
In diesem Zusammenhang sind auch weitere Komplementäre Therapieverfahren (Akupunktur, Neuraltherapie, Homöopathie, TCM = Traditionelle Chinesische Medizin) für bestimmte Patientinnen als durchaus nutzbringend in Erwägung zu ziehen.


© Prof. Dr. med. A. A. Rübig

Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz ist Ausdruck einer organischen Herzerkrankung, bei der das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Organismus ausreichend mit Blut zu versorgen. Es gibt die „systolische“ Form der Herzinsuffizienz, die durch eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens gekennzeichnet ist, es gibt aber auch eine sog. „diastolische“ Form, die sich dadurch auszeichnet, dass das Herz bei noch erhaltener Pumpfunktion durch bestimmte Erkrankungen die Fähigkeit verliert, sich auszudehnen und damit das zum Herzen aus dem Körper und aus der Lunge zurückfließende Blut aufzunehmen.
Eine Herzinsuffizienz entwickelt sich oft chronisch und schleichend über Monate bis Jahre, aber auch eine akute Entwicklung über Stunden und Tage ist möglich.
Herzinsuffizienz ist häufig. Man schätzt, dass in Europa ca. 10 Mio. Menschen entsprechende Beschwerden haben, weitere 10 Mio. weisen bereits eine noch asymptomatische Pumpschwäche des Herzens auf, d.h. die Betroffenen haben trotz nachweisbarer Herzerkrankung (noch) keine Beschwerden. Es liegt auch eine deutliche Altersabhängigkeit der Erkrankung vor, bis zum 55. Lj. ist ca. 1% der Bevölkerung betroffen, der Anteil steigt bei über 80 jährigen Menschen auf ca. 10%. 

 

Ursachen
Ursächliche Erkrankungen sind u.a. Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, chronische Bluthochdruckerkrankungen, eigenständige Herzmuskelerkrankungen oder Herzklappenfehler. Akut kann sich eine Herzinsuffizienz z.B. durch einen Herzinfarkt, durch eine Herzmuskelentzündung oder durch Herzrhythmusstörungen entwickeln.

 

Symptome
Im Vordergrund stehende Beschwerden der betroffenen Patienten sind eine reduzierte körperliche Belastbarkeit, eine Luftnot, die zunächst unter Belastung auftritt, später auch in Ruhe vorhanden sein kann und eine Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen.

 

Diagnose
Wertvolle Untersuchungsmethoden zur Sicherung der Diagnose sind die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie), einige radiologische Untersuchungen und seit einiger Zeit auch bestimmte Blutuntersuchungen.

 

Verlauf und Prognose
Es handelt sich um eine gefährliche, zumeist progredient verlaufende Erkrankung. Bis zu 50% der Erkrankten, die wegen einer Herzinsuffizienz im Krankenhaus behandelt werden mußten, versterben oder müssen innerhalb eines Jahres erneut stationär behandelt werden. Bei schwerer Herzinsuffizienz ist die Sterblichkeit mit bis zu 50% im Jahr vergleichbar mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung. Die Erkrankung hat – insbesondere unbehandelt – eine sehr schlechte Prognose.

 

Behandlung
Es sollten alle präventiven Anstrengungen unternommen werden, damit sich keine zur Herzinsuffizienz führende Herzerkrankung entwickelt. Dazu gehören u.a. Lebensstilmaßnahmen, die verhindern, dass sich eine Koronarerkrankung ausbildet und eine konsequente Behandlung einer Bluthochdruckerkrankung. Ansonsten sollten alle behandelbaren Ursachen durch entsprechende Behandlung (z.B. Bypass-Operation, Herzklappenersatz, Therapie von Herzrhythmusstörungen) beseitigt werden. In den letzten Jahren konnten bei speziellen Herzerkrankungen durch besondere Schrittmacher beeindruckende Erfolge erzielt werden. Man hat in den letzten Jahren auch gelernt, dass regelmäßige körperliche Bewegung die Erkrankung günstig beeinflusst.
Ansonsten bleibt die medikamentöse Therapie, wobei es insbesondere für die systolische Herzinsuffizienz gesicherte Behandlungsstrategien (z.B. sog. ACE-Hemmer, bestimmte Betablocker, sog. Mineralkorticoid-Antagonisten) gibt, die auch eine Prognoseverbesserung bewirken.
Ziel der zukünftigen Entwicklung muss es sein, zusätzliche Medikamente zu finden, die neben der Beeinflussung der Beschwerden und Symptome auch zu einer weiteren, möglichst ausgeprägten Prognoseverbesserung führen, d.h. das Leben der erkrankten Patienten deutlich verlängern können.
(Daran arbeitet CRS mit, indem wir u.a. klinische Studien für die pharmazeutische Industrie durchführen und dabei neue Substanzen testen, die für die o.g. Zielsetzung entwickelt werden.)


@ Dr. med. K. Shemeitat

Psoriasis

Die auch als Schuppenflechte bekannte Psoriasis ist eine schubweise verlaufende, chronisch-entzündliche Erkrankung, welche insbesondere die Haut betrifft (Dermatose). Weltweit leiden etwa 125 Millionen Menschen an Psoriasis, darunter ca. zwei Millionen in Deutschland. Die Morbidität in Europa beträgt 2-3%, somit ist die Psoriasis ist eine relativ häufige Erkrankung. Sie betrifft vor allem hellhäutige Menschen, wobei die Häufigkeit auf Männern und Frauen gleichermaßen verteilt ist.

 

Symptomatik
Psoriasis geht insbesondere mit stark schuppenden, punktförmigen bis handtellergroßen Hautveränderungen einher, die typischerweise symmetrisch auftreten und mit starkem Juckreiz verbunden sein können. Diese Hautveränderungen, so genannte psoriatische Plaques, finden sich häufig an Knien, Ellenbogen, der Kopfhaut, aber auch am Anus und in der Genitalregion. Veränderungen an den Nägeln können ebenfalls auftreten. Auch andere Organe wie Augen, Herz, Gefäßsystem und Gelenke mit den zugehörigen Bändern und angrenzenden Weichteilen können betroffen sein. Schweregrad und Ausbreitung der psoriatischen Hautveränderungen werden mittels Psoriasis Area and Severity Index (PASI) erfasst.

 

Ursachen
Die Erkrankung kann familiär gehäuft auftreten und im Verlauf unterschiedlich stark ausgeprägt sein, je nach Lebensalter bei Krankheitsbeginn. Die Ätiologie der Psoriasis ist dabei noch nicht abschließend geklärt. Kennzeichnend ist jedoch die übermäßige Teilung (Hyperproliferation) der Hautzellen (Keratinozyten) mit vermehrter Verhornung (Hyperkeratose) und Schuppenbildung. Häufig nehmen verschiedene innere und äußere Triggerfaktoren, wie beispielsweise Hautverletzungen und Infektionen, Stress oder Medikamente Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung.

 

Therapie
Die Schuppenflechte ist bislang nicht heilbar, kann aber durch verschiedene Arzneimittel und nicht-medikamentöse Maßnahmen gelindert werden. Die Therapie erfolgt abhängig von Ausprägungsform und Schweregrad der Erkrankung sowie Alter und Geschlecht des Patienten und anderen Faktoren. Zu den grundlegenden nicht-medikamentösen Maßnahmen zählen vor allem Hautpflege, Bäder und die Vermeidung der Auslöser. Zudem besteht die Möglichkeit der physikalischen Therapie, z.B. als Sonnenbestrahlung, UV- oder Laserbehandlung, Balneo-Phototherapie und in Kombination mit einem Medikament als topische oder systemische PUVA (Psoralen-UVA-Behandlung).
Die medikamentöse Behandlung erfolgt in erster Linie topisch, d.h. in Form von Hautpflegemitteln mit medikamentös wirksamen Zusatzstoffen, die lokal auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Verwendung finden hier beispielsweise Salicylsäure- und Harnstoff-haltige Salben zur Entfernung der Schuppen und Hornschichtverdickungen. Des Weiteren werden topische Glucocorticoide wie Mometason oder Clobetasol zur Entzündungshemmung eingesetzt, häufig in Kombination mit Vitamin-D-Derivaten wie Calcitriol, Calcipotriol, Tacalcitol zur Hemmung der Hyperproliferation. Zudem werden auch Retinoide, Fumarsäureester und Teere oder pflanzliche Antipsoriatika, wie Capsaicin verwendet.
Bei schwerem Krankheitsverlauf, z.B. mit Gelenkbeteiligung, kann die Therapie auch systemisch erfolgen, z.B. durch die orale Einnahme von Medikamenten. NSAID oder Immunsuppressiva und -modulatoren wie Methotraxat und Ciclosporin A, aber auch TNF-alpha-Inhibitoren wie Etanercerpt und Infliximab können dabei zum Einsatz kommen. Ebenso besteht die Möglichkeit der Kombination der medikamentösen und physikalischen Therapieformen.


@ PD Dr. med. R. Kerb